Klasse: 6
Buch: Green Line 2 für G8 NRW
Letzten Donnerstag: Englisch-Arbeit meiner Schwester.
What did the children learn in the year 210?
War auf einen eineinhalb Seiten langen Text bezogen. Eigentlich war der Text recht einfach, im Buch gab es eine Aufgabe, bei der man die Kernaussagen zusammenfassen beziehungsweise einem Jahr zuordnen sollte. Im Text wurde jeweils eine Spalte lang über ein Jahr erzählt – wie die Schule dort entwickelt war. 210, 14xx und 1885 glaube ich.
Antwort meiner Schwester auf die Frage:
The children learn Maths, Latin and P.E. (sports).
Okay, ein Fehler: learn muss learned heißen. Aber zusätzlich hat die Lehrerin noch etwas angestrichen, der Satz soll korrekt so aussehen:
The children learned to do Maths, Latin and P.E. (sports).
Moment mal. Erstens hatten die Sechstklässler den to-infinitive noch nicht, zweitens geht es auch ohne. Meine Schwester hat im Moment eine 5+ in der Arbeit, mit 13 Fehlern: Mit 12 Fehlern hätte sie eine 4-. Da beanstandet man auch gerne mal Kleinigkeiten.
Aber: Einspruch abgewiesen.
Das steht aber auch so im Text!
Den Text müssen die Kinder aber nicht wörtlich auswendig können, oder? Aber tatsächlich, im Text steht das:
The teacher taught them to speak and write Latin and to do Maths.
Hm. Trotzdem müssen sie es nicht wörtlich können. Und die Grammatik hatten sie auch noch nicht – außer mit dem going-to-future und dem “have to”-Zeugs. Aber “going to” steht da nicht. Ich hätte es allerhöchstens akzeptiert, wenn da diese Frage gestanden hätte:
What did the children learn to do in the year 210?
Aber das ist auch schon zweideutig.
Hab ich schon den Schnitt von 3,5 erwähnt, die zehn Vierer-Noten und die 4 Fünfen? Drei 3en, sieben 2en.
Übrigens will ich hier nicht nur über diese Lehrerin meckern. Das ist nur ein Paradebeispiel – sie ist bekannt dafür, dass sie nicht erklären kann und dass die Schüler viel selber lernen müssen. Schade nur, dass die Schüler sie drei Jahre behalten müssen. Es gibt viele Lehrer, die entweder von ihrem Fach nichts verstehen oder die pädagogische Nieten sind. Nein, nicht alle, nicht “viele” im Sinne von mehr als die Hälfte! Trotzdem eine Quote, die man nicht akzeptieren sollte.
Über unseren Mathe-Referendar aus dem Frühjahr habe ich bisher nicht berichtet – ich sage nur so viel, er ist durchgefallen. Und das sogar ohne Hilfe von uns – wir wollten extra sichergehen, dass wir nicht Schuld sind, da wir ihn vorher schon “genervt” hatten. Er hat uns in der letzten Stunde vor der Prüfung sogar erzählt, dass er sich mit einer HiFi-Anlage Finanzen-mäßig etwas übernommen hätte und deshalb unbedingt die Prüfung bestehen will. Er schien auch bemerkt zu haben, dass wir ihn nicht mögen; deshalb erklärte er uns auch, dass er wenn er bestehen würde, die Schule verlassen würde und es im anderen Fall noch einmal versuchen würde. Er hat die Schule trotzdem verlassen. Er war eben zu schüchtern, konnte nicht erklären, konnte sich nicht durchsetzen, forderte die Schüler nichtmal.
Also im Grunde war er genau das Gegenteil eines guten Lehrers. Das einzige, was er konnte, waren seine Fächer: Mathematik und Informatik; Voll-Studium; Summa cum laude; Schnitt 1,0. Lehramt hat er hinterher gemacht (fragt mich nicht, wie das geht). Und der ist vorher schon einmal durchgefallen. Man, der hätte direkt in die Wirtschaft gehen sollen! Da hätte der ‘nen Haufen Asche verdient! Stattdessen wollte er Lehrer werden, ist zwei Mal durchgefallen.
Zum “genervt”: Da er sich nicht durchsetzen konnte, waren Krampen und Gummis an der Tagesordnung. Und: trotz dass wir drei Monate lang jede Woche 4 mal 45 Minuten mit Krampen geschossen haben, ist nichts passiert!
Wir hatten bei ihm alleine Unterricht, weil unser “richtiger” Mathe-Lehrer leider einen Herzinfarkt hatte. Was jetzt mit dem Referendar passiert ist, wissen wir nicht. Das war schlimmer als alles andere, was wir vorher erlebt hatten. Unser alter Mathe-Lehrer ist seit diesem Schuljahr wieder da – und er hat sich kein Stück verändert. Die coolen Sprüche, die er in seine Wutanfälle, die er alle zwei Wochen mal hat, einbaut sind genial und die Lache die man in den anderen Stunden zu hören bekommt einfach einmalig.
Um jetzt zurück zum Thema Inkompetenz von Lehrern zu kommen und einen Spruch unseres inzwischen wieder gesunden Mathelehrers einzubauen:
Schwachsinn in höchster Potenz!
Ich würde glaube ich gegen die Klausur angehen.
Wenn du noch mehr findest, lege sie dem Klassenlehrer vor, oder geh direkt zum Fachlehrer. Je nach dem, mit wem du besser “klar kommst”.
Der/Die LehrerIn muss ihre Klausur schließlich Stufen- und Altersgerecht stellen.
Naja, meine Mutter hat gestern, während ich diesen Beitrag geschrieben hab, mit der Frau telefoniert. Sie hat’s wohl bei allen angestrichen – und auch wenn das kein Argument ist und meine Mutter das weiß, hat sie das “gelten” lassen – denn die Lehrerin hat damit ja schon eine Art Warnschuss bekommen. Achtung, da sind Eltern, die passen auf…!